"Ja! Wir haben es geschafft", rief Chef de Mission Karl Quade im Langlaufstadion im Callaghan Valley lauthals aus und reckte die Arme zum Jubel in die Luft. "Ein Erfolg in diesen Dimensionen konnte nicht erwartet werden", kommentierte er den beeindruckenden Auftritt des kleinen Teams mit seinen nur 20 Mitgliedern.
Verena Bentele hat in ihrem fünften Wettkampf bei den Paralympics in Vancouver das historische fünfte Gold gewonnen und damit ihre überragende Leistung bei den Spielen gekrönt. Die 28-Jährige aus Tettang war mit Begleitläufer Thomas Friedrich auch im Langlauf-Sprint nicht zu schlagen. Damit ist die Studentin die einzige Athletin neben der kanadischen Ski-Fahrerin Lauren Woolstencroft, die fünf Medaillen gewann. Dem Russen Irek Sarripow hatte ausgerechnet Teamkollege Sergej Schilow nach einem Fotofinish das mögliche fünfte Gold am Sonntag geklaut.
Frank Höfle hat im letzten Paralympics-Rennen seiner erfolgreichen Karriere die 21. Medaille verpasst. Der 42-Jährige aus Isny, Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier und während der Spiele von Gerd Schönfelder (22) als erfolgreichster deutscher Athlet bei Winter-Paralympics abgelöst, beendete das Finale im Langlauf-Sprint der Sehbehinderten als Vierter und damit Letzter. Sein drittes Gold holte nach einer begeisternden Vorstellung Brian McKeever. Der blinde Kanadier, der im Olympia-Kader seines Landes stand, aber nicht zum Einsatz gekommen war, hängte seinen Guide und Bruder Robin ab und fing den mit Vorsprung gestarteten Schweden Zebastian Modin im Alleingang ab. Willi Brem aus Germaringen, der im 12,5-km-Biathlonlauf Gold gewonnen hatte, schied dagegen nach einem Sturz im Halbfinale aus. Profitiert davon hatte ausgerechnet Höfle, der am Teamkollegen vorbeiziehen konnte.
Andrea Eskaus Traum vom "Sommer-Winter-Gold" erfüllte sich an ihrem 39. Geburtstag nicht. Die Athletin vom USC Magdeburg schied am letzten Wettkampftag der Paralympics im Halbfinale des Langlauf-Sprints aus. Im Falle eines Sieges wäre Eskau, die 2008 in Peking Gold mit dem Handbike gewonnen hatte, die zweite deutsche Athletin nach Reinhild Möller gewesen, die bei Sommer- und Winter-Paralympics Titel holt. "Ich habe heute morgen schon gespürt, dass es schwierig wird. Ich habe gehofft, die Müdigkeit rauslaufen zu können, aber leider war ich im starken Halbfinale, und da hat es eben nicht gereicht", sagte Eskau: "Ich hätte natürlich gerne mehr gemacht. Aber insgesamt bin ich trotzdem total zufrieden mit diesen Spielen. Und jetzt wird erst einmal Geburtstag gefeiert." Mit einer Bronze-Medaille im 10-km-Lauf der Biathletinnen und einer Silber-Medaille im 5-km-Langlauf hat Eskau, die erst vor neun Monaten ihre Karriere auf Skiern begonnen hatte, positiv überrascht.
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