
War es im ersten Spiel des Tages zwischen Dänen und Spaniern noch verhältnismäßig ruhig geblieben auf den Rängen der Arena in Belgrad, stieg der Lärmpegel bei der folgenden Paarung zwischen den serbischen Gastgebern und dem Erzrivalen aus Kroatien merklich an. Schon bei der Hymne der Gäste hagelte es von den Rängen zur Einstimmung ein Pfeifkonzert und auch die ersten erfolgreichen Aktionen des serbischen Teams rissen Spieler wie Fans gleichermaßen zu emotionalen Gesten hin.
Erstaunlich gelassen blieben die kroatischen Akteure angesichts dieses Hexenkessels. Während die Serben ihre Angriffe fast schon bedächtig auszuspielen versuchten, drückten die Kroaten auf das Tempo und schlossen meist schnell und erfolgreich ab. Lange Zeit blieb das Spiel so ausgeglichen. Gegen Ende der ersten Hälfte drohten die Kroaten erste Angriffsmängel der Serben auszunutzen und zogen auf 11:9 davon. Die Serben fingen sich jedoch nach einer Auszeit wieder und es ging mit einem knappen 14:13-Vorsprung für die Gäste in die Pause.
Nach der Pause änderte sich dieses Bild. Stanic im Tor der Serben steigerte sich und entwickelte sich immer mehr zum Schrecken der kroatischen Angreifer, während sich seine Vorderleute weiterhin kaum eine Unkonzentriertheit erlaubten. Mitte der zweiten Hälfte stand es so 21:17 für die Heimauswahl, die Halle tobte nun. Und so sollte es bis zum Schlusspfiff bleiben.
Angeführt von Kiels Rückraum-Riesen Momir Ilic, der in der entscheidenden Phase der Partie Nerven bewies und auch das vorentscheidende 25:20 verantwortete, ließen sich die Serben die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Kroatien konnte den Rückstand nicht mehr drehen und musste sich am Ende mit 26:22 geschlagen geben. Serbien zog unter unbeschreiblichem Jubel ins Endspiel ein und steht nun vor der historischen Chance, sich im eigenen Land den EM-Titel sichern zu können.
Knapp dreieinhalb Minuten dauerte es in der Neuauflage des letztjährigen WM-Halbfinals zwischen Vizeweltmeister Dänemark und dem WM-Dritten aus Spanien, ehe Lindberg die Skandinavier mit dem ersten Treffer des Abends in Front brachte. Doch mit dem prompten Ausgleich durch Aguinagalde war die Marschrichtung für weite Strecken des ersten Durchgangs vorgegeben. Spanien, das sich als einzig bislang ungeschlagenes Turnierteam überzeugend unter die letzten vier Mannschaften eingereiht hatte, führte fortan und warf sich zeitweise gar mit drei Treffern in Front.
Dänemarks Trainer Ulrik Wilbek, der sich vor dem Match in Understatement übte und den Iberern demütig wie listig die Favoritenrolle zugeschanzt hatte, wurde dann Zeuge des Aufbäumens seiner Spieler. Besonders Youngster Lauge-Schmidt trat nun in den Vordergrund, sorgte mit Treffern zum 7:8 und zum 8:9 für den Anschluss an den Gegner. Hansen war es dann, der nach über sieben torlosen Minuten kurz vor der Pause das 10:10 erzielte. Dänemark hatte nun Oberwasser und ging mit 12:10 in die Spielunterbrechung.

Nach dem Seitenwechsel überragte dann zunächst Lauge-Schmidt, der maßgeblich an der schnellen 16:12-Führung für seine Farben verantwortlich war. Der 20-jährige traf dreimal in Serie, dann zog Spaniens Coach Valero Rivera mit einer Auszeit die Notbremse. Seine Mannschaft fing sich wieder, lief aber nun dem Vorsprung der Dänen trotz größtem Aufwands vergebens hinterher. Immer wenn die Spanier einmal bis auf ein Tor herangekommen waren, setzten die Dänen einen Gegenstoß und zogen wieder ein Stück weit davon. Erst gegen Ende der Partie war dann auch dieser Bann gebrochen. Raul Entrerrios schoss wuchtig an Dänemarks Keeper Landin Jacobsen, ab nächster Saison zwischen den Pfosten der Rhein-Neckar-Löwen, vorbei zum 23:23 ein.
Es wurde doch noch einmal dramatisch. Hansen legte nochmal vor, Tomas gelang der Ausgleich. Als Hansen dann nach 59:09 Minuten das 25:24 gelang, mühten sich die Spanier, verlangten der dänischen Abwehr noch einmal alles ab, konnten aber am Endstand und der Niederlage nichts mehr ändern. Erneut behielt Dänemark in einem großen Turnier die Oberhand gegenüber den Iberern und stand somit als erster Finalteilnehmer fest.
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