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20.02.2012, 22:03

Frankfurt ist neuer Spitzenreiter - Düsseldorf stürzt ab

Aue tritt weiter auf der Stelle

Braunschweig erkämpfte sich einen verdienten Punkt in Aue. 1860 München hat Düsseldorf entthront und mischt sich ins Aufstiegsrennen ein. Greuther Fürth ließ in Ingolstadt Federn. Aachen baut die Serie aus, Rostock bleibt Letzter. Eintracht Frankfurt zerlegte am Samstag Stadtrivale FSV und ist neuer Tabellenführer. Bochum siegte in einem denkwürdigen Spiel gegen zehn Berliner. St. Pauli bestand am Freitagabend in Duisburg.

Kopf-Ball: Braunschweigs Kumbela im Zweikampf mit Aues Kapitän Klingbeil (re.).
Kopf-Ball: Braunschweigs Kumbela im Zweikampf mit Aues Kapitän Klingbeil (re.).
© Getty ImagesZoomansicht

Zum Abschluss des 22. Spieltags kam Aue am Montag gegen die Eintracht aus Braunschweig nicht über ein 1:1 hinaus und bleibt damit tief im Abstiegskampf. Die Niedersachsen warten weiter auf den ersten Sieg in der Rückrunde, können mit dem Zähler aber besser leben als die Erzgebirger.

Auf schwer bespielbarem Geläuf legte Aue einen Blitzstart hin und ging früh in Führung (7.). Im Anschluss entwickelte sich eine umkämpfte Partie zweier engagierter Teams, die aber keine große spielerische Linie fanden. Viele Nickligkeiten unterbanden jeglichen Spielfluss. Zudem hatten die Angreifer ihr Visier nicht exakt genug eingestellt. Beim ruhenden Ball klappte es besser: Braunschweigs Theuerkauf zirkelte einen direkten Freistoß unhaltbar in den rechten Winkel (40.). Der Ausgleich gab den Niedersachsen großen Auftrieb, die Eintracht war nach dem Seitenwechsel lange Zeit klar tonangebend. Beim FC Erzgebirge blieb im Spielaufbau dagegen vieles Stückwerk. Pech hatte Aue allerdings mit einem König-Kopfball an die Latte (64.).

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Kein Bekenntnis zu Trainer Schmitt

"Die Mannschaft hat alles gegeben und man muss im Abstiegskampf eben Punkt um Punkt sammeln", sagte Aues Sportdirektor Steffen Heidrich, der aber kein Bekenntnis zu Trainer Rico Schmitt abgab: "Man muss über jedes Spiel mal eine Nacht schlafen." Die Fans in der Kurve waren nach dem Schlusspfiff ziemlich aufgebracht, Aue-Torhüter Martin Männel versuchte, sie zu beruhigen. Aue steckt bei zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz mitten im Abstiegskampf, hat aber noch ein Nachholspiel gegen 1860 München.

FCI trotzt Fürth

Im bayrisch-fränkischen Derby in Ingolstadt kam die SpVgg Greuther Fürth am Sonntag ins Straucheln und verpasste zwei wichtige Punkte im Aufstiegsrennen. Und das, obwohl die Oberbayern in der Schlussphase sogar nur zu zehnt auf dem Platz standen. Fürth hatte gegen diszipliniert verteidigende Ingolstädter von Anfang an erhebliche Probleme, gefährlich nach vorne zu spielen. Es mangelte den Franken deutlich an Kreativität in der Vorwärtsbewegung. Der FCI stand hinten sicher, traute sich nach vorne aber zu wenig zu. Hüben wie drüben waren Torraumszenen Mangelware. Die Schanzer hielten die beste Offensive der Liga über weite Strecken auch in Hälfte zwei in Zaum und holten trotz zehnminütiger Unterzahl nach Biliskovs Roter Karte am Ende verdient einen Punkt.

Matchwinner: Löwe Aygün, rechts gegen Düsseldorfs Ilsö, erzielte den Münchner Siegtreffer.
Matchwinner: Löwe Aygün, rechts gegen Düsseldorfs Ilsö, erzielte den Münchner Siegtreffer.
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Die Münchner Löwen marschieren

Der TSV 1860 München ist die Mannschaft der Stunde in der Zweiten Liga. Die Münchner haben als bestes Rückrundenteam nur noch sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Die Löwen sind seit sieben Spielen unbesiegt (davon sechs Siege!) und haben zudem dem bisherigen Tabellenführer Fortuna Düsseldorf die erste Auswärtsniederlage dieser Saison beigebracht. Die Meier-Elf muss den Platz an der Sonne verlassen, ist als Vierter sogar aus den Aufstiegsrängen gepurzelt. Beide Teams lieferten sich ein intensives und temporeiches Zweitligaduell auf hohem Niveau. Nach starker Anfangsphase von 1860 und der Führung der Löwen hatte sich Düsseldorf schnell zurückgekämpft, drückte der Partie den Stempel auf und erzielte verdient den Ausgleich noch vor dem Pausenpfiff. Zahlreiche Gelegenheiten hüben wie drüben kennzeichneten auch Durchgang zwei, in dem die Münchner nicht unverdient das bessere Ende für sich hatten. Referee Manuel Gräfe verteilte nicht weniger als zehn Gelbe Karten.

Aachen baut die Serie aus - Rostock bleibt Letzter

Die Alemannia ist nach dem 0:0 gegen Rostock schon seit sieben Spielen ungeschlagen. Entscheidend ins Mittelfeld absetzen konnte sich Aachen aber auch diesmal nicht. Hansa behält derweil die "Rote Laterne".

In Aachen hat es den ganzen Tag geschneit und auch zum ursprünglich angesetzten Anstoßtermin herrschte dichtes Schneetreiben im Stadion. Erst nach langen Diskussionen entschied Schiedsrichter Markus Wingenbach, die Partie mit 40-minütiger Verspätung anzupfeifen. Auf dem tiefen, schneebedeckten Platz taten sich beide Mannschaften sehr schwer. Spielkontrolle war beinahe unmöglich. Fehlpässe und Spielunterbrechungen prägten das Bild. Den größten Aufreger gab's kurz vor der Pause: Nach einem Missverständnis von Gusche und Holst lief Auer allein auf Torwart Müller zu. Er legte den Ball rechts am Torhüter vorbei, Müller rauschte Auer in die Beine. Schiedsrichter Wingenbach ließ weiterspielen. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Beide Teams begegneten sich zwar mit offenem Visier und legten viel Engagement und Leidenschaft an den Tag, durchdachtes und durchschlagskräftiges Spiel aber gelang keinem der Kontrahenten.

Eintracht deklassiert FSV im Stadtderby

Wiedersehen: Schon im Hinspiel duellierten sich Gledson (FSV, re.) und Hoffer (Eintracht Frankfurt).
Goalgetter und Derbyheld: Eintrachts Matmour (li.) wird von Köhler nach seinem ersten von drei Treffern gefeiert.
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Nach dem 4:0 im Hinspiel gab's am Samstagnachmittag einen nicht minder deutlichen 6:1-Derbysieg für Eintracht Frankfurt gegen den FSV und zumindest vorübergehend die Tabellenführung. In einem vom Start weg abwechslungsreichen Derby hatte die Eintracht schon früh Vorteile und führte bereits nach einer guten halben Stunde verdient mit 2:0. Der FSV hielt zwar gut mit, ließ bei zwei Großchancen aber die nötige Effektivität vermissen. Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie zunächst. Die Eintracht hatte die Spielkontrolle, riss sich aber kein Bein aus. Nach einer guten Stunde war es dann Meier, der mit dem 3:0 der Partie wieder Leben einhauchte. Die Eintracht hatte von nun an gegen überforderte Bornheimer großen Spaß und leichtes Spiel, fuhr einen nie gefährdeten und hoch verdienten Sieg ein. Zum Matchwinner avancierte der dreifache Torschütze Matmour.

Offener Schlagabtausch in Bochum

Der VfL Bochum hat die jüngste 1:2-Niederlage gegen St. Pauli gut verdaut und ist zurück in der Erfolgsspur. In einem denkwürdigen Spiel setzte sich die Bergmann-Elf mit 4:2 gegen Union Berlin durch. Das Spiel war von Beginn an flott, offensiv geführt und unterhaltsam. Beide Teams erspielten sich zahlreiche Torchancen. Doch erst ein Strafstoß brachte die Bochumer Führung. Pech hatten die Berliner, dass sich erst Quiring am rechten Oberschenkel und dann der zurückgekehrte Kapitän Mattuschka am Knie verletzten und vorzeitig vom Feld mussten. In Hälfte zwei überschlugen sich die Ereignisse. Ein Foul von Menz an Gelashvili erhitzte die Gemüter. Der Berliner flog vom Platz, Federico verwandelte Bochums zweiten Strafstoß. Der VfL fühlte sich zu sicher, Union verkürzte in Unterzahl nur kurz darauf auf 1:2. Nun erwachte der Kampfgeist der Berliner, die durch einen umstrittenen Strafstoß sogar zum Ausgleich kamen. Doch Aydins Kopfballtorpedo brachte den VfL wieder in Front. Und Federico schließlich war es vorbehalten, mit seinem zweiten Treffer endgültig für klare Verhältnisse zu sorgen.

St. Pauli besteht in Duisburg, SCP bejubelt ein Remis

St. Paulis Fabian Boll
Sechster Saisontreffer: St. Paulis Fabian Boll war in Duisburg erfolgreich.
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Am Freitagabend hatten gleich zwei Teams die Chance, an Spitzenreiter Düsseldorf vorbeizuziehen. Eine davon: St. Pauli. Die Hamburger waren bei den zuletzt dreimal in Folge sieglosen Duisburgern zu Gast. Wieso es dort nicht rund läuft, wurde in der 21. Minute deutlich. Vollkommen ungedeckt kam Boll nach einem Freistoß aus kurzer Distanz zum Kopfball, Keeper Wiedwald war chancenlos. St. Pauli verwaltete den Vorsprung zunächst, erst im zweiten Abschnitt wurde auch der MSV (Domovchiyski in der 52. und 56. Minute) gefährlicher. Doch auch die Hanseaten generierten weitere Chancen, so dass sich eine abwechslungsreiche Begegnung entwickelte. Zum Leidwesen von Trainer Oliver Reck jedoch ohne weitere Tore: Die Zebras rutschen damit immer weiter Richtung Abstiegsränge, St. Pauli bleibt auf Wiederaufstiegskurs.

Dank Taylor - Paderborn heimst noch einen Zähler ein

Auch Paderborn hätte die Fortuna hinter sich lassen können. Der SCP erwischte gegen Dresden wie so oft einen perfekten Start, Wemmer war schon in der 3. Minute zur Stelle. Dynamo setzte seinen ersten echten Nadelstich in der 11. Minute - und das gleich mit Erfolg. Mohr wusste sich gegen Dedic nur mit einem Foul zu helfen, der Tatort war wohl kurz vor dem Strafraum. Referee Leicher entschied bei der kniffligen Situation jedoch auf Elfmeter, Dedic ließ sich die Chance nicht nehmen. Die in der ersten Hälfte noch prickelnde Partie nahm nach der Pause an Niveau ab. Dresdens Keeper Kirsten (nach der Halbzeit für den verletzten Hesl im Spiel) musste zunächst nur selten eingreifen. Erst in er Schlussphase dominierte der SCP die Begegnung, wurde dabei jedoch kalt erwischt. Dedic staubte nach einem Konter ab (79.), die Paderborner rannten danach an und kamen tatsächlich noch zum 2:2 - der eingewechselte Taylor war in der Schlussminute zur Stelle.

Iashvilis starke sieben Minuten

Beim Karlsruher SC fand der Aufwärtstrend seit der Winterpause seine Fortsetzung. Nach einer mäßigen ersten Hälfte beider Teams legten die Badener einen Zahn zu und setzten kurz nach Wiederanpfiff einen Doppelschlag. Entscheidender Faktor war Iashvili, der das 1:0 durch Lavric mustergültig vorbereitete (50.) und selbst zum 2:0 einnetzte (57.). Der Wille der Lausitzer war damit zwar nicht gänzlich gebrochen, doch den Versuchen der Cottbuser fehlte es meist an Kreativität gegen die starke KSC-Abwehr. Energie rangiert nach einer Serie von sieben Spielen ohne Dreier weiter im Mittelfeld der Tabelle. Kein guter Start für den neuen Trainer Rudi Bommer, der erst einen Punkt einheimsen konnte.

20.02.12
 
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