
Wie er aussieht: Aufregend. So, dass ihn vor allem die angepeilten jungen Käufer ganz schön scharf finden. Aggressiver Blick aus schräg-gestellten Scheinwerferaugen mit LED-Lidstrich, "Kiemen" zum Luftholen, breite Spur und ein muskulöses Heck á la Scirocco - kaum einer wirft dem Veloster keinen zweiten Blick hinterher. Besonders mutig: Das Türkonzept. Auf der Fahrerseite hat das Korea-Coupé eine, auf der Beifahrerseite zwei Türen.
Wieviel Platz er hat: Das kommt drauf an. Vorne sitzt es sich auf gut ausgeformtem Gestühl bestens, das Cockpit wirkt in sportwagentypischer Manier passgenau zugeschnitten, keine Klagen. Anders im Fond: Auf den beiden knappen Sitzen herrscht schon eher räumliche Not, zumal die Schräge des Coupé-Dachs auch der Kopffreiheit abträglich ist. In den Kofferraum passen 320 l, das geht in Ordnung, wenn auch die Ladekante recht hoch liegt.
Was er leistet: 140 PS, bereitgestellt von einem 1,6-l-Saugmotor. Der Schwachpunkt des Veloster, da er die verheißungsvoll sportliche Optik leistungstechnisch nicht unterfüttern kann. Schon die Papierform lässt's erahnen: Das maximale Drehmoment von 167 Nm liegt erst bei 4850/min an. Heißt in der Praxis: Um überhaupt in Fahrlaune zu kommen, will das Korea-Coupé heftig gedreht werden. Ansonsten wirkt der Motor leider etwas lahm und obendrein laut, auch wenn in der Spitze letztlich 201 km/h erreicht werden. Besseres ist indes in Sicht: 2012 soll ein Turbo kommen, der dann über 200 PS leistet.
Was er braucht: Laut Werksangabe 6,5 l pro 100 km, in der Praxis, wie (fast) immer, mehr: 8,2 l waren's im Schnitt. Betont sanfte Fahrweise belohnt der Veloster aber mit Werten, die sich um die sechs Liter Super-Saft bewegen. Das geht in Ordnung.
Wie er sich fährt: Was das Fahrwerk betrifft - so sportlich wie der Veloster aussieht. Agil also, wendig, ambitioniert im Handling. Auf Querfugen reagiert der Hyundai allerdings etwas unfreundlich, der Fahrkomfort könnte besser sein. Nichts zu meckern gibt es dagegen an der exakten Sechsgangschaltung und der präzisen Lenkung.
Was er bietet: Für sein Geld ganz schön viel. Schon das Basismodell "Style" hat serienmäßig u. a. Airbags rundum, ESP, ein Audiosystem mit AUX- und USB-Anschluss, elektrische Fensterheber, Klimaanlage und Aluräder an Bord. Eine empfehlenswerte Anschaffung ist das Technik-Paket zu 2250 Euro, das Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Lichtsensor, Navisystem samt Touchscreen und Rückfahrkamera, ein Premium-Soundsystem sowie ein schlüsselloses Zugangssystem inklusive Start-Stopp-Knopf umfasst. Außerdem spendiert Hyundai eine Fünfjahres-Garantie und fünf Jahre Kostenübernahme für Wartungsarbeiten.
Was er kostet: 21600 Euro in der Basisausstattung "Style", 26200 Euro in der Besser-Variante "Premium" (u. a. mit Ledersitzen). Das ist fair und liegt nicht nur für Topverdiener im Reich des Finanzierbaren.
Was wir meinen: Der Veloster bietet zum attraktiven Preis einen hohen Aufmerksamkeitswert, sportliches Handling und den Charme eines ungewöhnlichen Türkonzepts. Das hat nicht jeder. Schade nur, dass der 140-PS-Saugmotor nicht ganz der richtige Partner für Hyundais City-Coupé ist.
Ulla Ellmer
Hubraum 1591 ccm; Leistung 103 kW/140 PS; max. Drehmoment 167 Nm bei 4850/min; Höchstgeschwindigkeit 201 km/h; Beschleunigung 0-100 km/h 9,7 sec; Verbrauch/Norm 6,5 l/S je 100 km, Verbrauch/Test 8,2 l/S je 100 km; CO2-Emission 148 g/km; Länge 4,22 m; Kofferraum 320 - 1015 l; Tank 50 l. Leergewicht 1260 kg. Preis: ab 21600 Euro.
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