Anno 2008 hat VW durchaus Weitsicht bewiesen: Damals stellte man ein Fahrzeug vor, wie es heute schwer im Trend liegt. In der 30000-Euro-Klasse unterwegs, war der Passat CC zwar nie so teuer wie ein Audi A7, ein Mercedes CLS oder gar ein Porsche Panamera. Elegant aber gab er sich allemal, und vor allem die Amerikaner mochten ihn. Überm großen Teich und in China hieß er schon damals so, wie er sich jetzt, nach einer gründlichen Modellpflege, auch bei uns nennt: CC, VW CC - ohne Passat.
Von VW-Designchef Klaus Bischoff schärfer, schöner, schlüssiger konturiert, soll der feine CC künftig als eine Art Phaeton in klein agieren. Breiter sieht er aus, dabei flacher, mit einem Wort: sportlicher. Dass die nach hinten abfallende Dachlinie die Kopffreiheit für die Fondpassagiere einschränkt, ist ein Symptom, an dem Coupés im allgemeinen zu leiden pflegen. Aber ganz ehrlich: Wer schafft sich so einen sportlich Eleganten schon an, um mit der Familie in Urlaub zu fahren? Eben. Serienmäßig wird der CC übrigens mit zwei Einzelsitzen hinten ausgeliefert, als Extra gibt's alternativ eine Dreierbank.
Anfang Februar kommt das 4,80 m lange Volkswagen-Coupé der gehobenen Mittelklasse zu den Händlern. Dem 30000er-Club wird der CC dann sanft entwachsen sein. Schon das Basismodell, motorisiert mit einem 160 PS starken TSI-Benziner, kostet 31800 Euro, in die piekfeine Topvariante sind 43275 Euro zu investieren. Als Gegenwert kriegt der Kunde dann aber auch eine ganze Menge: Sechs Zylinder, 300 PS, seidenweiche Fahrkultur und ein Kraftwerk unter der Haube, Allradantrieb und das bekannt exzellente Doppelkupplungsgetriebe DSG. Was fehlt, ist ein Start-Stopp-System. Das ist zumindest im Falle der Diesel (140 und 170 PS) an Bord, in Kombination mit einer Freilauffunktion , die beim Sparen hilft: Sobald der Fahrer vom Gas geht, kuppelt sie den Motor aus. Öko-Star im Programm ist der Blue-TDI, gleichfalls 140 PS leistungsfähig: Er erfüllt schon jetzt die ab Herbst 2014 gültigen EU6-Grenzwerte und schafft einen Durchschnittsverbrauch von 4,7 l/100 km - das entspricht gerade Mal 125 g CO2/km.
Wie es sich für ein Premium-Coupé gehört, gestattet sich der CC ein lediglich sehr zurückhaltendes Geräuschniveau, was er wiederum der optimierten Geräuschdämmung zu danken hat. Beispielsweise hat VW die Frontscheibe und (optional) auch die Seitenscheiben mit einer Akustikfolie beschichtet; ab Ende Mai lässt sich zudem eine beheizbare Klimakomfortwindschutzscheibe ordern, deren Infrarotbeschichtung zudem eine Phalanx gegen starke Sonneneinstrahlung darstellt.
Serienmäßig hat der Edel-Cruiser u. a. Bi-Xenonscheinwerfer, statisches Abiegelicht, Müdigkeitserkennung, ein Audiosystem und ein Multifunktionslederlenkrad an Bord. Und wer sich gern auf allerlei elektronische Helferlein verlässt, ist mit einer kamerabasierter Verkehrszeichenerkennung dabei, einem Ein- und Ausparkautomaten, und nicht zuletzt einer neuen Kombination aus Spurhalte- und Spurwechselassistent. Wie das funktioniert? Taucht ein Fahrzeug im Toten Winkel auf, gibt's eine Warnung. Schert der Fahrer trotzdem aus, greift das System mit einer korrigierenden Lenkbewegung ein: Ein unsichtbarer Beifahrer mit Schutzfunktion.
Ulla Ellmer
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